Exkursion des AK Eisenbahn:
2024
Siemensbahn

Hier steht die Gruppe und was man sonst so sieht :-)

Der „Goldene Herbst“ machte seinem Namen alle Ehre, als sich am 11. Oktober 2024 bei schönstem Sonnenschein 23 Mitglieder des FDTM um 14 Uhr am im Dornröschenschlaf schlummernden S-Bahnhof Wernerwerk trafen. Thema der Exkursion: Die Wiederbelebung der 1980 stillgelegten Siemensbahn.
Die 1929 eröffnete 4,5 km lange S-Bahn-Strecke führt vom Bahnhof Jungfernheide nach Gartenstadt. Zweck des Projekts war es, die Siemens-Werke an den Berliner S-Bahn-Ring anzubinden und für die dort Beschäftigten einen raschen Zugang zu den Arbeitsplätzen in der Siemensstadt zu erreichen. Den Bau der Trasse und die Ausrüstung der Bahnhöfe lag bei der Siemens-Bauunion, zudem stellte der Siemens-Konzern das Gelände bereit. Der Betrieb unterlag der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG). Nach dem Reichsbahnerstreik im September 1980 wurde der S-Bahn-Betrieb auf der Siemensbahn nach 51 Jahren eingestellt.
Anlass für die Wiederbelebung der Siemensbahn ist das Bauprojekt Siemensstadt Square, dem neuen Quartier auf dem Industriegelände in Spandau. In seiner Begrüßung erläuterte Thomas Rüffer von der DB InfraGO AG den Teilnehmern der Exkursion zunächst den Umfang des Projekts. Für die Reaktivierung der Bahn werden u.a. rund 30 Brücken saniert oder neu gebaut, 15 Kilometer Gleis neu verlegt, 70 neue Weichen eingebaut, zudem wird neue Signaltechnik installiert. Die historischen Bahnhöfe Wernerwerk, Siemensstadt und Gartenfeld werden unter strengen denkmalschützerischen Vorgaben grundlegend saniert und auf den aktuellen technischen Stand gebracht. Dies gilt auch für das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende aus 71 Stahlelementen bestehende Viadukt. Thomas Rüffer hob hervor, dass nicht zuletzt der Denkmalschutz das ganze Projekt zu einer besonderen Herausforderung macht.
Das wurde den Exkursionsteilnehmern deutlich vor Augen geführt, als sie von Thomas Rüffer in das Innere und auf den Bahnsteig des Bahnhofs Wernerwerk geführt wurden. Der marode Zustand verlangt schon einiges an Fantasie, sich vorzustellen, wie die „alte Pracht“ wohl wiedererstehen wird. Vom Bahnhof Wernerwerk aus ging es dann entlang der Trasse zu Fuß in Richtung Bahnhof Siemensstadt. An Ende des Viadukts geht der Bahnkörper in einen Damm über, den sich die Natur längst zurückerobert hat. Auf der Strecke konnte Thomas Rüffer noch zahlreiche kundige Erläuterungen geben und auf die Fragen der interessierten Teilnehmer eingehen, so z.B. über die Errichtung einer überdachten Abstellanlage am Bahnhof Gartenfeld oder den Bau 2neuer Bahnsteige u.a. am Bahnhof Jungfernheide, um die Einfädelung der Siemensbahn in den S-Bahn-Ring sicherzustellen. Am Bahnhof Siemensstadt dann nochmals die Gelegenheit, sich vom Zustand dort ein Bild zu machen. Die milde Herbstsonne tauchte die verfallene Bahnanlage in ein stimmungsvolles Licht. An Ende der zweistündigen Exkursion galt der Dank der Teilnehmer Thomas Rüffer und seiner Expertise sowie der Zeit, die er sich genommen hatte.
Die Wiederaufnahme des Betriebs auf der Siemensbahn ist übrigens für 2029 geplant.
Gerhard Forck







